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Studie: Geringere Lebenserwartung bei niedrigem Testosteronspiegel

Laut einer Untersuchung des Instituts für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin an der Universität Greifswald sterben Männer, deren Blut eine niedrigere Konzentration des Sexualhormons Testosteron aufweist, früher.


Insgesamt 1954 Männer im Alter von 29 bis 79 Jahren beobachteten die Forscher in einer auf sieben Jahre angelegten Bevölkerungsstudie in Vorpommern. Im Laufe dieser Zeit verstarben 195 Mitglieder der Gruppe. Die meisten hiervon fielen schon bei der Anfangsuntersuchung durch einen – gemessen am für ihr Alter gültigen Durchschnittswert – zu niedrigen Testosteronspiegel auf.
Für die Forscher, die ihre Ergebnisse im „European Heart Journal“ veröffentlichten, steht damit fest, dass es einen Zusammenhang zwischen Testosteronspiegel und Sterblichkeit bei Männern gibt. Allerdings stehe noch nicht fest, ob der niedrige Testosteronspiegel selbst zum früheren Ableben beiträgt oder ob er lediglich ein Symptom für andere Stoffwechselprobleme darstellt.
Einen zu niedrigen Testosteronspiegel konnten die Mediziner bei 10 Prozent der Probanden diagnostizieren. Innerhalb dieser Gruppe stießen sie häufiger auf extremes Übergewicht, auf Störungen des Fettstoffwechsels und auf Leberverfettung. Außerdem stellten sie eine höhere Neigung zu Bluthochdruck und ein gestiegenes Typ-2-Erkrankungsrisiko fest.
Nichtsdestotrotz: Dass der Testosteronspiegel mit dem Alter sinkt, ist normal. Ab dem 40. Lebensjahr geht er jährlich um ein bis zwei Prozent zurück. Infolge dieser Entwicklung können auch bei Männern Symptome auftreten, die denen der weiblichen Menopause ähneln – so etwa niedrigere Leistungsfähigkeit, Hitzeattacken oder Schlafstörungen. Auch das Sexualleben kann beeinträchtigt werden.
Eine Folgerung der Forscher lautet daher, den absinkenden Hormonspiegel nicht abzutun, sondern ihn genau zu untersuchen und gegebenenfalls eine Risikoanalyse und Lebensstilberatung anzuschließen. Je nach Ergebnis sei auch ein Besuch bei einem Endokrinologen oder Andrologen geraten.


 


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